Biographie

Joachim (Joo) Peter: geboren in Stuttgart

Studium an der Kunstakademie Stuttgart und Filmhochschule Potsdam-Babelsberg

Arbeit am Theater (Bühnen- und Kostümbild) 1990-2002 Schauspiel, Tanztheater, Oper, Musical, Film, Fernsehen.

Arbeit als freier Künstler, Autor, Fotograf, Filmemacher.

seit 2003 Lehrtätigkeit für Kunst und intermediales Gestalten

Biography

Die Arbeit am Theater hat mich in den ersten Jahren geprägt. Eine mein ersten Begegnungen am Theater war die mit Wolf Vostell, der damals am Schauspiel Essen ein Bühnenbild für Heyme gestaltete. Später arbeitete ich für Johann Kresnik in Bremen. Hans Haacke gestaltete das Bühnenbild für Kresniks Stück  Ernst Jünger an der Volksbühne – Haacke habe ich jetzt im Projekt „Zeitsprünge Heilbronn“ für mich wiederentdeckt, wie es ihm im Fall des Museums Guggenheim gelang, die Institutionen herauszufordern – die Verbindung von Kunst, Forschung, sozialem und politischem Engagement, die Freiheit der interdisziplinären Arbeit in der Konzeptkunst. Neben meiner Lehrtätigkeit arbeite ich heute als unabhängiger Autor und Künstler. Neben Buchpublikationen, Austellungen und Blogs gewann in letzter Zeit der Dokumentarfilm in meiner Arbeit an Bedeutung.

Biographischer Bezug zu Heilbronn

Ich bin im Remstal aufgewachsen und kam 2005 nach Heilbronn. Meine Vorfahren kommen aus Stuttgart, Heilbronn, Knittlingen,  Rothenburg ob der Tauber und Haiterbach (Schwarzwald).

Meine Heilbronner Vorfahren um die Jahrundertwende tragen den Namen Schreiweis (Pelzwarengeschäft) und Holzäpfel. Meine nähere Verwandschaft lebte jedoch seit hundert Jahren in Stuttgart, zu Heilbronner Nachkommen ging nach 1945 der Kontakt verloren. Über meinen Vater erfuhr ich später von unseren  Vorfahren in Heilbronn, seine Großeltern.

Bis 1917 befand sich das Pelzwarengeschäft Schreiweis am Anfang der Fleinerstrasse nahe der Kilianskirche, das mein Vater aus Erzählungen seines Onkels Heinz noch kannte.  Eine weitere Adresse zu Pelzwaren Schreiweis in der  Gerberstrasse könnte ein Hinweis auf die Werkstatt sein. Viele aus der Familie Schreiweis besuchten  die alten Gymnasien der Stadt, ergriffen später akademische Berufe.  Heinz Schreiweis, den mein Vater noch gut kannte, ging mit Theodor Heuss zur Schule. Er arbeitete später als Architekt in Stuttgart und war mit Dietrich Bonhoeffer befreundet.

Unten: das Ladengeschäft von Familie Schreiweis in der Fleinerstraße 1910 (es existierte bis etwa 1917/1919) auf der rechten Bildseite.

1879, 1880, Rechnungen Pelzwaren Schreiweis, Stadtarchiv Heilbronn

 

1877 annoncierte Ch. Schreiweis noch in der Kramgasse 18 beim Fleischhaus

 

Holzäpfel Schuhgeschäft in der Lohtorstraße 1910

 

Unsere Familie besitzt noch ein Heilbronner Poesiealbum meiner Urgroßmutter Frieda Schreiweis um 1900

Poesiealbum von Frida Schreiweis, Foto jp, Privatarchiv S. Peter

Meine Urgroßmutter Frida Schreiweis lernte in Heilbronn Carl Flohr aus Rothenburg ob der Tauber kennen, die beiden heirateten, zogen später nach Stuttgart.

Unten: Frida Flohr geb. Schreiweis in den 20er Jahren, daneben ihr Ehemann Carl Flohr vor dem Ersten Weltkrieg, im Bild rechts im Kostüm eines Kroaten in den Festspielen in Rothenburg ob der Tauber

Aus den USA sind 2020 autobiographische Schriften der ältesten Enkelin aufgetaucht (Eva Peter), die Frida Flohr noch sehr gut kannte und  von jüdischen Vorfahren bei Frida Flohr, geborene Schreiweis berichten (möglicherweise die Familie ihrer Großmutter, deren Geburtsnamen wir nicht kennen, denn die bekannten Familienzweige Flohr, Schreiweis und Holzäpfel waren protestantisch). Ihr Bruder Heinrich Schreiweis soll wegen der jüdischen Vorfahren 1933  seine Stelle bei der Stadt verloren haben, er war Vermessungsamtmann in Stuttgart.

„Eines Tages kam der Bruder [Heinrich Schreiweis] meiner Großmutter Flohr [geborene Schreiweis] und sagte ihr, dass ihre ganze Familie weg ist, bis auf eine Schwester in Holland und ihre jüngste Schwester Anne […] Onkel Heinz wusste nicht, ob sie weggebracht wurden oder durch Bombenangriffe getötet [wurden] „, berichtet die älteste Enkelin Eva Peter. Damals etwa 10 Jahre alt, blieben bei der Enkelin nur Bruchstücke in Erinnerung, die Erwachsenen sprachen selten über die heiklen Themen. Doch die Hinweise auf die jüdischen Familienzweige werden mehrmals  in den autobiograhischen Schriften erwähnt. Die Recherchen zur Familie der beiden Großmütter von Frida Schreiweis, deren Familienname ungeklärt ist,  dauern noch an.

Das Heilbronner Poesiealbum meiner Urgroßmutter,  begonnen Weihnachten 1899,  enthält Eintragungen von folgenden Personen (in Reihenfolge):  Bruder Heinrich Schreiweis, Schwester Anna, Schwester (oder Cousine)  Sophie Schreiweis, Frau Böttinger, Lina Holzäpfel (vermutlich Fridas Cousine, da Fridas Mutter eine geborene Holzäpfel war), Carl Flohr (ihr späterer Ehemann), Albert Schreiweis, Lina Hessel, Pauline Hessel, Elise Böttinger, W.Klein, Schmidt (Zahnarzt), Eugen Schwarz,  Luise Losch, Carl W. Schreiweis,  Martha Hessel, Robert Prutz, Ernst Schreiweis, Friede Hornsack u.a.

Eintrag von Lina Holzäpfel 18.1.1900, Urgroßmutter meines Vaters, im Poesiealbum von Frida Schreiweis, Foto jp, Privatarchiv S. Peter

 

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