Fleinerstraße

oben: Blick in die Fleinerstraße zu Beginn des ersten Weltkrieges 1914. Rechts das Lichtspielhaus Kilian, links Haus Brenner-Schilling. (26) Das Kinoplakat kündigt die neuesten Filme vom „Kriegschauplatz Namur“ und „Lüttich“ an.

Im 19.Jahrhundert waren die Kilianshallen Gaststätte, Bierhalle, Varieté (Bild unten). 1911 eröffnet das Lichtspielhaus. Ab 1919 wird es in Kammerlichtspiele umbenannt.

                                                                           (76) Nister, Stadtarchiv Heilbronn

Unten die Kilianshallen 1910 –  links des Werbeschildes  entdeckt man  Wandmalerei, wie sie im alten Heilbronn oft zu entdecken gab.

Gebr. Metz HdG Stgt, Pate der Glasplatte Volksbank

Unten:  kurz vor den Kilianshallen  gab es 1910 noch elektrische Kopfmassagen im Angebot bei Friseur Klein.

Gbr Metz HdG Stgt, Pate der Glasplatte Volksbank

1926 lief Charlie Chaplin in den Kilianshallen.

Der Titel von Chaplins Film ‚Ein Hundeleben‘ sprach wohl so manchem Passanten aus der Seele. Zwischen Inflationszeit 1923 und Börsencrash 1929 blieb kaum eine Atempause.

                                                                                                                                                                                                                                                 (23) Staatsarchiv Ludwigsburg 

Und so sah das Kino 1929 aus:

 

Oben: ‚Filmpalast in den Kilianshallen‘ 1929: es läuft gerade ‚Manulescu – König der Hochstapler‘ mit Heinrich George und Brigitte Helm. Das Kino wurde zwei Jahre zuvor zum Filmpalast ausgebaut, anschließend ‚Metropolis‘ von Fritz Lang gezeigt und auf der neuen Orgel begleitet 27

 

Ab 1931 wurde das Kino zum ‚Ufa-Palast‘

Unten das Kino um 1933

Fotograf (u), Rotes Album, StA Hn

Links im Bild oben sieht man das Kaufhaus für Alle. „Eine Horde der Nazis…drang in das Geschäft ein, verprügelten zunächst die beiden Inhaber und setzten sie dann in Haft…“ Erlebnisbericht über den März 1933 von T. Sänger (aus: Warum die Synagogen brannten) 87

…und so sah das Kino um 1948 aus (das Ufa-Schild als letztes Zeichen, das hier zuvor ein Kino stand) 25

(25) Stadtarchiv Heilbronn CC-BY-CA 3.0

(30) Bothner, LMZ

Bereits 1949 wurde das Kino als ‚Filmpalast‘ wiedereröffnet, 1963 entgültig geschlossen und zum Supermarkt umgewandelt (heute Rewe-Markt). Bei der Aufnahme oben von 1946 sieht man rechts das Ufa-Schild.

 

Haus Brenner-Schilling in der Fleinerstr. 31 im Jahr 1910. Das Gebäude wurde 1944 zerstört.39

 

Die Fleinerstraße aufwärts steht heute der Kaufhof. Vor dem Krieg standen hier Fachwerkhäuser.

 

Die Fleinerstraße war damals  schmaler in der Kurve. In der historischen Aufnahme von 1940 blickt man auf Fleinerstraße 9. Unten links eröffnete 1932 das Geschäft Elsner. Rechts zweigt eine Straße ab, die heute vom Kaufhof überbaut ist.  (120)

 

 

Ladengeschäft Elsner in der Fleinerstraße 9 am 1.4.1933. Elsner hatte erst ein Jahr zuvor eröffnet, als er von den Boykottaktionen der Nazis betroffen war. Wenige Wochen später lag Elsner tot in seiner Küche, es wird Selbstmord vermutet.a, heute Kaufhof 39.

 

Fleinertor-Brunnen in Heilbronn 1946  (18)

…und so sah es dort um 1890 aus (damals noch mit einer anderen Figur):

 

1860 bis 1904 stand Heilbronnia auf der Säule und ersetzte die  barbusige Fortuna von 1601.  Fortuna kehrte 1904 auf die Säule zurück, da Heilbronnia schadhaft war und in einer Sanierung durch eine Nachbildung der ursprünglichen Fortuna ersetzt wurde(19). Unten eine Nahaufnahme mit Fortuna und Wandmalerei, die das Jahr 1505 als Bauzeit nennt.

 

(56) Unten:  Fleinertor 1 war 1933-1944 das Braune Haus (Haus Goppelt)

                                                                                                                                          (56) Stadtarchiv Heilbronn (u)

Im Gebäude oben war im III. Reich auch der Folterkeller. Nachbarn berichten noch Jahre nach dem Krieg von den unerträglichen Schreien, die aus dem Keller zu hören war, wenn die Opfer mit Schlagringen, Stahruten und Fußtritten bearbeitet wurden. Einmal lag ein ein Opfer lange noch blutend auf der Straße vor der Apotheke (zitiert nach Uwe Jacobi, die Vermissten Ratsprotokolle, 1981).  Die Aufnahme von Haus Goppelt oben ist nicht genau datiert (zwischen 1905 und 1944).

 

Die Urkarte von 1835 zeigt noch  das Fleinertor

wiki pd u. StA Hn

 

Fleinertor 1820 mit Blick auf den Brunnen bei der Apotheke

Wikimedia Commons, pd,  Guachenmalerei des Fleinertors 1820 

 

Torhaus (rechts) mit Blick auf Apotheke  (um 1900)

ca. 1901 bis 1904 , C.F. Frey, StA Hn, dig jp

 

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