
Blick in die Fischergasse von der Kramgasse aus.
Die alte Fischergasse lag viel näher am Neckar als die heutige.
Karte 1834, pd StA Hn und Karte Gegenwart (c) OpenStreetMap & Mapbox
Der Neckar war damals breiter. Nur wenige Bauten bilden im Kartenvergleich von 1834 und heute klare Fixpunkte: Fleischhaus, Götzenturm, Deutschhof. Alles andere hat sich stark verändert.

Fischergasse vor 1944 StA Hn
Der Fachwerkbau auf der rechten Seite war die Hohkrähe, um 1400 gebaut. Das Gebäude führte zeitweise zu einer der Neckarbrücken. Der Kirchbrunnenbach floß unter dem Haus hindurch. Ein Aborthäuschen nutzt den Abfluß – der sonst in der Stadt fehlte. Der Vater von Theodor Heuss setzte sich für eine Kanalisation mit fließendem Wasser in Heilbronn ein (er war Leiter des Tiefbauamtes), über 16000 Tonnen Latrine fielen in der Stadt im Jahr an, die später Äcker und Weinberge düngten – Ludwig Heuss konnte 1899 keine moderne Klosettspülung durchsetzen- man fürchtete eine Verunreinigung des Neckars und Verlust des wertvollen Düngers, falls die Heilbronner auf Nachttopf und Plumpsklo verzichten müssten – und es fehlte das Geld für eine Kläranlage. Ludwig Heuss scheinen die Kämpfe um die Modernisierung in der Stadt aufgerieben zu haben, 1899 wurde er nervenkrank und starb 1903 mit nur 48 Jahren nach seinen letzten Jahren in einer Nervenheilanstalt (siehe auch Kapitel Theodor Heuss)

Johann Matthäus Faber, StA Hn
Ansicht von 1691 – rechts die Brücke zum Tränktor durch das Haus Hohkrähe. Ab 1400 war hier über dem Tor die Trinkstube der Metzger und Fischer. Die linke Brücke führte in die Kramgasse und dem Platz beim Fleischhaus.

(u) StA Hn
Der Turm im Bild oben gehört zum alten Postgebäude an der Neckarbrücke.
Der verputzte Fachbwerkbau im oberen Bild links mit der Wäsche zum Trocknen unter den Fenstern findet sich im Bild unten wieder, hier im Fluchtpunkt:

Gasthof zum weißen Bären, Ernst Schultz & Co, Postkartensammlung StA Hn
Das Ladenschild gehört dem Gasthof zum weißen Bären.

Man blickt vom südlichen Teil der Fischergasse nach Norden.
Auf der linken Seite befand sich der Schumacher Lichtenberger

Die Fischergasse war eine Straße der armen Leute. In den baufälligen Altstadthäusern soll es viel Ungeziefer gegeben haben, berichten alte Heilbronner, die ihre Stadt noch vor dem Krieg kannten.
Goethe schrieb „die Straße dient jedem kleinen Hausbesitzer zum Misthof“ bei den Gegenden der Altstadt in Mauernähe, mit Ställe und Scheunen.
Nach dem Krieg wurde die alte Fischergasse völlig neu überbaut, die Straße 20 bis 30 Meter stadteinwärts verlegt.

Postkarte, StA Hn, Brenner-Schilling, Rouff
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Allerheiligengasse – Kirchbrunnenstraße
Kapitel aus der Serie der verlorenen Straßen und Plätze in Heilbronn:
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